Peptide gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
Geprüft am 2025-12-06. Was noch umstritten ist, wird als umstritten gekennzeichnet.
Nitroprussid (auch Natrium-Nitroprussid oder Nitroprussid-Natrium) ist eine anorganische Verbindung aus der Wirkstoffklasse der Cyanide. Nitroprussid wurde 1849 erstmals als chemische Verbindung beschrieben. Im Rahmen von Tierversuchen wurde 1886 dessen Toxizität im Sinne der Blausäurevergiftung und 1928 die gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung beobachtet. Nitroprussid wird heute in der Intensivmedizin zur Behandlung von Patienten mit krisenhaftem Bluthochdruck sowie zur kontrollierten Blutdrucksenkung im Rahmen bestimmter Operationen verwendet. Es ist strukturell verwandt mit den Hexacyanidoferraten.
Quellen: de.wikipedia.org
Natrium-Nitroprussid kommt in Form rubinroter Kristalle vor. Die Formel lautet Na2[Fe(CN)5NO] · 2 H2O. Das Eisen ist darin in der Oxidationsstufe Fe2+ enthalten, das NO als NO+ Ligand. Die molare Masse entfällt anteilig zu rund 15 % auf Natrium, 19 % auf Eisen, 44 % auf Zyanid, 10 % auf Nitrosyl und 12 % auf Wasser. Bei Zimmertemperatur bildet es rosarote, geruchlose Kristalle. Bei Temperaturen zwischen 100 °C und 115 °C werden beide Kristallwassermoleküle abgespalten, bei darüber liegenden Temperaturen zerfällt das komplexe Molekül. Die maximale Löslichkeit in Wasser beträgt bei 16 °C 400 g/L. Die gelösten Nitroprussid-Ionen werden durch Lichteinstrahlung unterschiedlicher Wellenlängen photochemisch angeregt. Dabei entstehen instabile Radikale, die in nachfolgender Reaktion die NO-Gruppe abspalten, welche bei Anwesenheit von Sauerstoff zu Nitrit und Nitrat oxidiert wird. Der Zerfall geht mit Farbänderungen der Lösung von Orange über Gelb und Grün in Blau einher. Der blaue Farbton entspricht dem Berliner Blau des Hexacyanoferrates.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Nachweis von Sulfiden === In der chemischen Analytik wird Nitroprussid-Natrium zum Nachweis von Sulfidionen verwendet. In nicht allzu alkalischer Lösung (Natriumcarbonatlösung) tritt bei Zugabe von frisch zubereiteter 1%iger Lösung eine Violettfärbung auf, die beim Ansäuern wieder verschwindet.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Fotometrische Bestimmung von Harnstoff und Ammoniak === Zur fotometrischen Bestimmung von Harnstoff wird dieser zuerst spezifisch durch das Enzym Urease in Ammoniak hydrolytisch gespalten. In einer anschließenden komplexen Reaktionssequenz, der Berthelot-Reaktion, kann das Ammoniak fotometrisch bestimmt werden. Zuerst wird es dabei beispielsweise mit Hypochlorit-Ionen zu Monochloramin umgesetzt. Letzteres bildet mit Aromaten unter dem katalytischen Einfluss von Nitroprussid blaue Indophenol-Derivate. Der Farbstoff kann fotometrisch quantifiziert werden. Dieses Nachweisverfahren zur Bestimmung von Harnstoff und Ammoniak lässt sich in medizinischen Proben, wie Urin oder Blutserum, durchführen.
Quellen: de.wikipedia.org
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